Kriebethal
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Besiedlung des Dorfes Kriebethal

Werter Leser des Kriebsteiner Gemeindeboten,

im Kriebsteiner Gemeindeboten ist bereits teilweise über die Besiedlung des Dorfes Kriebethal geschrieben worden. Heute möchte ich Ihnen eine Zusammenfassung zum Thema anbieten und dieses bis zum Jahre 1940 erweitern.
Die Ansiedlung auf einer Talaue in einem Bogen der Zschopau nahe dem „Schloß Kriebstein“ geschieht 1549 unter dem Herzoglichen Rat Georg von Carlowitz (1543 - 1550 auf Kriebstein). Bis zum Jahre 1697 sind die Informationen zu Kriebethal überaus spärlich. Wie die Besiedlung bis dahin verläuft, wird schwerlich zu klären sein. Erst nachdem Wolff Gottlob von Ende 1697 Schloss Ehrenberg und das Rittergut an Hans Haubold von Einsiedel verkauft, erhellt sich die
Vergangenheit. Das Rittergut Ehrenberg ist „altschriftsäßig“, d. h. es verfügt u.a. über die obere und niedere Gerichtsbarkeit. Aus Akten und Unterlagen „Derer Einsiedelischen Gerichte“ kann man nun erfahren, was in Kriebethal geschieht. So erfahren wir, dass bei der Erbhuldigung des neuen Besitzers Hans Haubold von Einsiedel alle Untertanen nach Ehrenberg müssen. Damit keiner fehlt, sind alle namentlich aufgeführt. Auf dieser Liste stehen für Kriebethal 19 Namen. Das heißt, Kriebethal verfügt über 19 Anwesen. Welche Rolle die etwa in der Mitte des Tales liegende, dem Rittergut Ehrenberg gehörende, große Wiese bisher spielt, bleibt im Unklaren. Fest steht, dass es diese Wiese 1697 hier gibt und die Kriebethaler Untertanen, welche alle zu Handfrondiensten für das Rittergut Ehrenberg verpflichtet sind, diese Dienste mit Gras mähen und der
Heu- und Grummternte teilweise abarbeiten. Der neue Besitzer von Einsiedel regt noch 1697 die weitere Besiedlung Kriebethal an. Noch im selben Jahr wird die erste Parzelle vergeben. Dies stellt sich folgendermaßen dar: Die Einsiedelischen Gerichte zu Ehrenberg stecken die Parzelle ab, Hauptaugenmerk ist Wasser in der Nähe. Der Pächter muss seinen geliehenen Boden selbst urbar machen, von Bäumen, Buschwerk
und anderem befreien. Er muss sich vertraglich binden, auf dem Grundstück ein Wohnhaus zu bauen. Gelder für das Leben sind zur Gerichtsstelle nach Ehrenberg zu bringen, die Landessteuer zieht das
Churfürstliche Amt Rochlitz ein. Handfrondienste werden festgesetzt je nach Grundstücksgröße, und die zu liefernden Naturalien. Dies alles wird im Erbregister festgeschrieben und muss von Besitzer zu
Besitzer weiter gegeben oder vererbt werden. So zählt man in Kriebethal 1746 23 Gärtner und 14 Häusler. Die Besiedlung Kriebethal ist bis ca. 1780 mit insgesamt 47 Anwesen abgeschlossen. Wann das zum Rittergut Ehrenberg gehörende, und auf dessen Grund und Boden stehende Kriebethaler Armenhaus errichtet wird, kann ich nicht sagen. Das Dorf Kriebethal hängt wie ein Tropf am Rittergut mit seiner Gerichtsbarkeit. Was nicht am Rittergut hängt, dafür ist die Gemeinde zuständig, wie Schule, Armenkasse, zeitweise Ortsrichter u.a.. Um 1830 müssen sich alle Hausbesitzer von Kriebethal der „Königlichen Feuerversicherung“ anschließen und so entstehen die „Brand- Cataster-Nummern“. Diese gelten in der Folgezeit als Hausnummern. Erst in den 1970er Jahren wird das bisherige Hausnummernsystem in Kriebethal neu geordnet. 1833/35/1837 müssen alle Untertanen den von den Rittergütern verliehenen Grund und Boden erwerben. Damit werden aus Hausbesitzern nun auch Grundstücksbesitzer. Die weitere Besiedelung Kriebethals kommt nach 1780 für die nächsten 100 Jahre ins Stocken. 1850 kaufen zwei Frankenberger Unternehmer drei an der Zschopau in Kriebethal liegende Grundstücke, um dort eine Spinnerei zu errichten. Der Graf Detlev von Einsiedel zu Ehrenberg, damaliger
Besitzer des Rittergutes, verhindert diese Absicht. Diese Grundstücke kauft von Einsiedel zurück. Die Herren Fritz Kübler und Albert Niethammer pachten 1856 die Pohl’sche Papierfabrik in Kriebstein. Als das Pachtverhältnis abläuft, kauft Herr Albert Niethammer diese Fabrik. Herr Fritz Kübler ist inzwischen an einer schweren Krankheit verstorben. Albert Niethammer geht nun zielstrebig und mit Weitsicht an den Auf- und Ausbau seines Unternehmens. Mit der Fabrik unterhalb der Burg hat er das gesamte, auch landwirtschaftlich genutzte Terrain erworben. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb ist Albert Niethammer von Anfang an bedacht, an weitere Immobilien und Grundstücke zu gelangen. So dauert es nicht lange, bis Herr Niethammer die erste Immobilie samt Grundstück in Kriebethal kauft. Auf dieses Grundstück baut er eine
private Schule. 1879 wird hier der Kindergarten eingerichtet und heute dient dieses Gebäude als Gemeindeverwaltung. Das gekaufte Haus brennt in den 1880er Jahren durch Blitzschlag nieder.
Der Bau der Straße Kriebstein - Waldheim mit einer Brücke über die Zschopau 1872 schafft Voraussetzungen für neue Ansiedlungen. Bei Gründung des Konsumvereins 1873 entsteht in Kriebethal eine
Handels- und Verkaufsstelle. Was heute aussieht, wie ein Anbau an das große Konsumgebäude, ist die nach der Gründung gebaute Konsumanstalt. Das große Konsumgebäude ist später an das kleinere
Gebäude angebaut worden.
Was 1850 nicht gelingt, das gelingt 1873. Albert Niethammer kauft für sehr viel Geld (ist nachgewiesen) die drei Grundstücke an der Zschopau in Kriebethal von der Gutsherrschaft Ehrenberg, jetzt Herr Sahrer
von Sahr zu Ehrenberg, zurück. Daraufhin baut Herr Niethammer 1873/74 an dieser Stelle eine Holzschleiferei. Genau da, wo bisher das Anwesen des bis etwa 1835 herrschaftlichen Fischers in Kriebethal
steht, baut A. Niethammer für seinen Fabrikdirektor Gravenstein ein Wohnhaus. Dieses nahe der Rauschenthaler Brücke, ist Ende 2012/Anfang 2013 abgetragen worden.
Der zielgerichtete Wohnungsbau für die Arbeitnehmer bei der Fa. Kübler & Niethammer beginnt 1881. Vorher kann A. Niethammer eine Immobilie und das Grundstück dazu kaufen. Die ersten Häuser
entstehen zwischen 1881 und 1885 am heutigen Brunnensteg und an der Turnerstraße. Bis Ende 1800 ist diese Ecke von der Firma bebaut. Gegen 1880 erwirbt Albert Niethammer das Kriebethaler
„Schankhaus“ (Br.-Cat-Nr. 8). Zum „Schankhaus“ gehört seit etwa 40 Jahren das Nachbargrundstück. Das Haus auf diesem Grundstück vor der Küche von „Kießlings Partyservice“ und lange Jahre Wirkungsstätte
des Betriebsarztes des VEB, wird 1904 errichtet. Das Kriebethaler „Schankhaus“ wird schon um 1750 erwähnt. In den Dörfern ist der „Reihenschank“ erlaubt. Das heißt, in festgesetzter Reihenfolge dürfen
die Bauern - und nur diese - Bier und Branntwein gegen Tranksteuer ausschenken. Herr Niethammer baut einen neuen Gasthof mit Saal und daneben eine ebenfalls neue Ausspanne. Im Erdgeschoss sind Pferdeställe
angeordnet und darüber Übernachtungsmöglichkeit für Kutscher und Gäste. Besonders bemerkenswert: Die heute noch betriebene Kegelbahn ist beim Bau der Ausspanne mit gebaut worden, wie sie
sich noch heute darstellt. 1883 kann alles eingeweiht werden. In den nächsten 8 Jahren entsteht unter Albert Niethammer bis zur Zschopau ein repräsentativer Garten für die Gäste des Gasthofes.
Hervorzuheben ist eine große Konzerthalle, aus welcher Gartenkonzerte abgehalten werden. 1896 ist der Gondelbetrieb auf dem Wehrteich Kriebethal nachgewiesen.
In einer Zeitung ist vor einiger Zeit zu lesen, die Räume der ehemaligen Ausspanne im ersten Stock seien Büroräume gewesen. Das ist falsch. Die kaufmännische wie technische Verwaltung der Firma ist
immer im Verwaltungsgebäude in Kriebstein ansässig. Im Kriebethaler Betriebsteil ist nur eine unbedeutende Zweigstelle angesiedelt. Erst nach dem Bau der noch heute (2013) genutzten Verwaltungsbaracke
zieht die Verwaltung des VEB 1963/64 nach Kriebethal um. Das Gebäude der Ausspanne ist ab Ende der 1920er Jahre teilweise für Wohnzwecke vermietet.
Die von Herrn Niethammer der Gemeinde gestiftete Schule wird 1890 eingeweiht. An diese, bisher mit einem Klassenzimmer und darüber liegender Lehrerwohnung gebaut, fügt A. Niethammer etwa
drei Jahre später ein zweites Klassenzimmer mit Lehrerwohnung an. Der große Schulanbau wird 1923/24 von der Gemeinde durchgeführt. Es entstehen dabei drei Klassenzimmer und ein Lehrerzimmer,
zwei Lehrerwohnungen und eine Hausmeisterwohnung. Erst nach 1950 werden die Lehrerwohnungen für Schulzwecke umgebaut. Bis 1890 müssen die Kriebethaler Schulkinder nach Ehrenberg über
den Seidel zur Schule laufen. Das Ehrenberger Schulhaus, neben der Bushaltestelle am Ortseingang, ist 1832/33 errichtet. Damals gehört ein Schweinestall zum Schulhaus.
Die Häuser an der heutigen Schulstraße entstehen 1892/94. 20 Wohnungen wird man hier den Mietern übergeben. Der zu diesem Wohnkomplex gehörige Trockenboden entsteht ca. 8 Jahre später.
Zwei weitere Bauten werden 1900 geschaffen. Einmal das„Burschenhaus“. Es dient der Unterbringung von ledigen, meist jungen Arbeitskräften, welche die Firma in der weiteren Umgebung
anwirbt. Seit ca. 1996 ist das Haus DRK-Altenheim, nachdem es vorher 40 Jahre als Feierabendheim gedient hat.
Der zweite Neubau ist der Bau der Villa an der heutigen Straße „An der Zschopau“ Nr. 7/8, die so genannte Grieger-Villa. Für die im Dezember 1896 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Waldheim -
Kriebethal opfert Herr Niethammer dafür Land aufgekaufter Immobilien und der Ehrenberger Rittergutsbesitzer Herr Sahrer von Sahr verkauft einen Teil seiner Wiese in Kriebethal für den Bahnhof. Diese
wirtschaftliche Entwicklung entgeht auch anderen Interessenten nicht. In Ortsmitte entstehen durch private Bauherren einige Wohnhauser mit Mietwohnungen zwischen 1885 und 1895. Die hier
angesiedelte ehemalige Bäckerei wird Anfang der 1890er Jahre gebaut. An der heutigen Robert-Koch-Straße steht 1895 ein Hausverkauf mit Grundstück an. Ein Bäcker- und ein Fleischermeister
nutzen zwischen 1895 und 1898 die Gunst der Stunde und es entsteht eine Bäckerei (1898), heute Robert-Koch-Straße 9 und eine Fleischerei (1898) Robert-Koch-Straße 8.
Etwa ab 1903 beginnt der Wohnungsbau der Firma in größerem Umfang. Bis ca. 1909/10 werden für Arbeiter, Meister und Beamte Wohnungen gebaut. Es entstehen die heutige Gottlob-Keller-Straße,
Etwa ab 1903 beginnt der Wohnungsbau der Firma in größerem Umfang. Bis ca. 1909/10 werden für Arbeiter, Meister und Beamte Wohnungen gebaut. Es entstehen die heutige Gottlob-Keller-Straße,
die Rotdornstraße, die Goethestraße, die heutige Niethammerstraße und die Olga-Zimmermann-Straße.
Zu jeder Werkwohnung gehört ein Stück Gartenland. In Zusammenarbeit der Firma mit den „Obst- und Gartenbauverein Kriebethal“ bekommen alle firmeneigenen Wohnhäuser Spalierobst an die
Hauswände. In das den Häusern in der Gottlob-Keller- und Rotdornstraße gegenüber liegende Mauerwerk sind Kaninchenställe für die Mieter hineingebaut, sodass diese die Möglichkeit der Kaninchenhaltung
haben.Außerdem können rund 226.000 m⊃2;; Feld- und Gartenland als Pachtland - nicht nur in Kriebethal - an Arbeitnehmer abgegeben werden. Auf Anfrage der Amtshauptmannschaft Döbeln zwecks gemeindeeigenen
Bauland muss 1908 die Gemeinde eingestehen, dass sie kein Bauland besitze. Mit zunehmender Einwohnerzahl macht sich ein gravierendes Problem bemerkbar - fehlendes Trinkwasser. Das wird bisher nur
aus Brunnen geschöpft. 1913 erscheint Herr Dr. Konrad Niethammer, auch mit Vollmacht seines erkrankten Bruders Albert Niethammer jun. (+1911) vor dem Kriebethaler Gemeinderat und schenkt
der Gemeinde das für 10.000 M erworbene Trinkwassergebiet am Bauernbusch. Es gibt unendlich viel Streit mit Herrn Sahrer von Sahr zu Ehrenberg und der Gemeinde Ehrenberg. Es führt
zur zeitweisen Enteignung bestimmter Territorien. Die gesamte heutige Robert-Koch-Straße, die Seidelstraße und 1/3 der August-Bebel-Straße gehören damals noch dem Rittergut Ehrenberg.
Im Sommer 1916 kann die Trinkwasserleitung nach schwerem Kampf des Kriebethaler Bürgermeisters und seines Gemeinderates festlich eingeweiht werden.
In Kriebethal steht nur noch geringfügig Bauland für Wohnungsbau zur Verfügung. Ein von der Gemeinde gekauftes Stück Land zum Tausch mit Land von Herrn Sahrer von Sahr zu Ehrenberg wird von
diesem abgelehnt. Einen großen Lagerschuppen, welcher zum Betriebsteil Kriebenau gehört, lässt Herr Niethammer 1919 zum „Schweizerhaus“ umbauen. Hier turnt etliche Jahre der „Allgemeine Turnverein
Kriebethal“. Die Vorstellungen Niethammers, im Kellergeschoss eine Kraftfahrzeughalle mit Werkstatt, einen Pferdestall für 6 Pferde, darüber Kraftfahrerwohnung und Kutscherwohnung sowie in der
zweiten Etage vier Beamtenwohnungen einzurichten, werden vom Architekten Rudolph Kolbe (gebürtiger Waldheimer) erfolgreich umgesetzt. Übrigens - der VEB hat im Schweizerhaus bis 1949/50
zwei Pferde stehen. 1921 übergibt die Firma den in Kriebethal letzten Wohnungsbau an die Mieter, das Wohnhaus - heute Gartenleite 3-6. Der insgesamt letzte Wohnhausbau sind 1928 die beiden so genannten
„Steinhäuser“ an der Straße nach Waldheim rechts auf Schönberger Flur. Bei einem ist 1951 der Dachstuhl nieder gebrannt. Da die Rentner Wohnraum blockieren, will die Firma Ende der 1930er
Jahre in Kriebethal ein Feierabendheim in der Verlängerung der Rotdornstraße bauen. Da der Ausbruch des Krieges 1939 dazwischen kommt, wird das Vorhaben auf die Zeit nach dem Krieg verschoben.
Gleich nach dem Ersten Weltkrieg (1914-18) gründen ehemalige Kriegsteilnehmer, zumindest sachsenweit, den so genannten Kriegerverein. Dessen Ziel besteht darin, Kriegsteilnehmern u. -veteranen zu
Siedlungsland zu verhelfen, so sie es wollen. 20 Familien werden sich in Kriebethal am Siedlungsbau beteiligen. In der Mitte Kriebethals gehört die große Wiese noch immer zum
Rittergut Ehrenberg. Nach langen Verhandlungen des Kriegervereins mit Herrn Sahrer von Sahr verkauft dieser die Wiese. Nachdem die Parzellen vergeben sind, entsteht 1924/25/26 die Kriegersiedlung. Nach
Kriegsende 1945 benennt die Gemeinde diese in Wiesensiedlung um. Zwischen 1936 und 1945 trägt die heutige August-Bebel-Straße den Namen Horst-Wessel-Straße, die heutige Robert-Koch-Straße den
Namen Hindenburgstraße. Nach 1945 wird aus Niethammerstraße die heutige Goethestraße und die heutige Niethammerstraße und Olga-Zimmermann-Straße werden 1948 zu „Straße der Befreiung“
zusammengefasst. Dr. Konrad Niethammer stiftet 1927 dem „Allgemeinen Turnverein Kriebethal“ zu dessen 50jährigem Bestehen eine in allen Belangen - wettkampftaugliche Turnhalle zuzüglich einem Turnplatz. Dazu
entsteht ein Tennisplatz für die Familie Niethammer, heute Rollsport-Bahn. Daneben wird eine wettkampftaugliche Sprunganlage für Hoch- und Weitsprung angelegt und unterhalb des Tennisplatzes
gehört eine 100 m Sprintstrecke dazu. Der Kampf der Gemeinde um Bauland geht weiter. Durch Eingemeinden der selbständigen Rittergüter in eine politische Gemeinde 1922/23 fallen die heutige Robert-Koch-Straße, Seidelstraße und 2/3 der heutigen August-Bebel-Straße vom Rittergut der Gemeinde Ehrenberg zu. Um 1928 gelingt es der Gemeinde Kriebethal vorgenannte Straßen aus der Gemeinde Ehrenberg zu lösen. Durch Kriebethal fließt in einem tiefen Graben der Greifsbach. Der Bach gehört bis zur Mündung in die Zschopau zum Rittergut Ehrenberg. Dazu an seiner rechten Seite ein Stück Land. 1927 gelingt der
Gemeinde der Kauf der Greifsbach und des angrenzenden Landes. Sofort geht die Gemeinde daran, den Bach zu beschleusen. Auf dem weiteren Land wird eine Straße angelegt und 8 Zweifamilienhäuser
entstehen 1934/35 zur Greifsbachsiedlung. Durch vorgenannten Landkauf erhält 1928 die Gemeinde die Möglichkeit zum Bau von zwei Wohnhäusern. Das eine ist heute die Robert-Koch-Straße 5. Das mit dem Landkauf erworbene Kriebethaler Armenhaus wird abgetragen. Genau dahin baut die Gemeinde ein zweites Wohnhaus mit der Absicht, in eine Wohnung das Gemeindeamt einzurichten (Robert-Koch-Straße 6/7). Bis 1991/92 kann
dieses seinen Zweck hier erfüllen. Dann zieht die Gemeindeverwaltung in den ehemaligen Kindergarten um. Etwas später wird das ehemalige Gemeindeamt zu einer Zahnarztpraxis umgestaltet. Durch Vorkaufsrecht kommt die Gemeinde Mitte der 1920er Jahre zur Immobilie mit der Br.-Cat.-Nr. 25. Auf diesem Grundstück kann die Gemeinde um 1930 ein 6-Familien-Wohnhaus bauen, heute Robert-Koch-Straße 16. Die beiden hier stehenden älteren Häuser werden um 1995 bzw. um 2000 abgerissen. Weitere Verhandlungen mit Herrn Sahrer von Sahr zum Kauf von Land zur Wohnbebauung scheitern. Der Kriebethaler Bürgermeister
stellt bei seiner vorgesetzten Dienststelle den Antrag, die zum Rittergut Ehrenberg gehörenden Flurstücke rechts und links des Leichenweges in die Gemeinde einzugliedern. So geschieht es 1937.
Problemlos werden zu dieser Zeit Flurstücke in eine andere Gemeinde umgeflurt. Möglicherweise hat Herr Sahrer von Sahr zu Ehrenberg nicht ein Einspruchsrecht.
Sofort werden die Pläne aus der Schublade gezogen und der Bau der Bergsiedlung beginnt. 5 Doppelsiedlungshäuser entstehen und sind 1939/40 bezugsfertig. Das einzelne Wohnhaus am Waldrand ist etwa
10 Jahre eher von Herrn Ober-Ingenieur Carl Bauer gebaut worden. Die rechte Seite vom Leichenweg, das Land oberhalb der Bushaltestelle, wird erst in den 1970er Jahren bzw. um 2000 mit drei Eigenheimen
bebaut. Bis dahin ist das Gelände an Kleingärtner verpachtet. Eine Siedlung soll an der Seidelstraße bergauf links entstehen. Die Grundstücke sind vermessen und den Interessenten schon
übergeben. Der 1939 beginnende 2. Weltkrieg (1939-1945) verbietet die Bautätigkeit. Die Kommune muss im Spätherbst 1944 drei so genannte “Behelfsheime“
einrichten. Zusammengesetzt aus vorgefertigten Teilen, mit einem Teerpappdach versehen, umfassen sie zwei Zimmer. Vorgesehen für bombengeschädigte Bürger oder für Flüchtlinge aus den
Ostgebieten. Ein Doppelbehelfsheim setzt man am Leichenweg bergauf rechts am Waldrand. Es wird später von der polytechnischen Oberschule viele Jahre als Werkraum genutzt. Irgendwann wird es
abgetragen und in Ziegelbau neu aufgebaut. Das andere „Behelfsheim“ stellt die Gemeinde in der Greifsbachsiedlung auf. Nachdem es leer steht, dient es einige Jahre einem Kriebethaler Sattlermeister
als Werkstatt. Wenn es abgerissen wird, kann ich nicht sagen. Den größten Grundbesitz mit Immobilien verzeichnet Herr Niethammer in Unter- und Oberrauschenthal sowie in Neuschönberg. Alle
gehören zur selbständigen Gemeinde Heiligenborn. Zu dieser gehören auch die Einwohner von Gilsberg. In Neuschönberg gehören z.B. von 7 Wirtschaften 5 zum Besitz des Herrn Niethammer.
In Rauschenthal ist es ähnlich. 1919/20 sind Pläne der Amtshauptmannschaft Döbeln zur Auflösung der selbständigen Gemeinde Heiligenborn weit vorgeschritten. Die Ortsteile Unterund
Oberrauschenthal und der Ortsteil Neuschönberg sollen nach Kriebethal eingemeindet werden. Heiligenborn mit Gilsberg würde in die Gemeinde Reinsdorf eingegliedert. Alle Ortsteile der
Gemeinde Heiligenborn sind in der Kirche zu Reinsdorf eingepfarrt - kein Problem. Heiligenborn verfügt über eine Schule und diese soll in dem Zusammenhang mit aufgelöst werden. Wenn sich auch
unweit der Heiligenborner Schule zu dieser Zeit ein Bahnübergang befindet und die Straße geradewegs nach Reinsdorf führt, bis zur Reinsdorfer Schule neben der Kirche dürften etwa 60 min Fußweg
zusammen kommen. Alle Verwaltungsarbeiten müssen Heiligenborner und Gilsberger Einwohner in Reinsdorf erledigen, wo sich auch das Gemeindeamt nahe der Kirche befindet. Die Gemeinden Reinsdorf,
Heiligenborn und Kriebethal lehnen einschließlich ihrer eigenständigen Schulausschüsse die Auflösung der Gemeinde Heiligenborn mit großer Einmütigkeit ab.
Als sich 1922 die eigenständigen Rittergüter einer politischen Gemeinde anschließen müssen, buhlt die Gemeinde Kriebethal gemeinsam mit Herrn Niethammer um die Eingemeindung des
Rittergutes Kriebstein. Weshalb eine Eingemeindung nach Beerwalde nicht in Frage kommt, ist in Kriebethaler Akten nicht bekannt. Obwohl die Reinigung des Rittergutes mit der Schäferei bis
an die Beerwalder Kirche reicht. Als Herr von Arnim zur Kenntnis nehmen muss, dass die Gemeinde Kriebethal nur die Absicht hat, mit der Eingemeindung nach
Kriebethal Bauland zu gewinnen, wendet er sich der Gemeinde Höfchen zu. Als Herr von Arnim zur Kenntnis nehmen muss, dass die Gemeinde
Kriebethal nur die Absicht hat, mit der Eingemeindung nach Kriebethal Bauland zu gewinnen, wendet er sich der Gemeinde Höfchen zu.
Herr Niethammer vereint 1923 seinen Fabrikbezirk Kriebstein miterr Niethammer vereint 1923 seinen Fabrikbezirk Kriebstein mitHerr Niethammer vereint 1923 seinen Fabrikbezirk Kriebstein mit der Gemeinde Kriebethal.

Quelle: Günter Möbius, Ortschronist- Kriebsteiner Gemeindebote 5 & 6/2013