Kriebethal
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Eisenbahnstrecke Waldheim- Kriebethal

Quelle: Kriebsteiner Gemeindebote Ausgabe Januar 2015, Autor Ortschronist Günter Möbius

Aus heutiger Sicht betrachtet kann man sich kaum mehr vorstellen, dass in Kriebethal ein Bahnhof existiert hat und es drei Werkanschlüsse
gibt. Die als Werkanschluss nach Kriebstein führende Eisenbahnbrücke ist 111 Jahre (1896 bis 2007) in Betrieb. Erst für den Eisenbahnverkehr,
ab Ende 1946 für den Straßenverkehr. Ab 1952 werden zum VEB Papierfabrik und Kesselhaus Kriebenau neue Gleisanschlüsse verlegt.

Wer erinnert sich noch an den Bahnübergang an der Straße nach Kriebstein? Bei jeder Rangierfahrt über diese Straße muss eine Ampel sowie
eine schrill läutende Glocke in Betrieb genommen werden. Gleich, ob bei Tag oder bei Nacht, über viele Jahre hinweg.

Oder: Erinnern Sie sich noch der schwarzen Kohlendreck-Wolken, welche beim Entladen der Kohlewaggons oder dem Bunkern des
Braunkohleabriebes in der Luft stehen? Mit Braunkohle-Abrieb werden die beiden Dampferzeuger im Kesselhaus Kriebenau beheizt
zwischen 1955 und 1992.

1853 kauft Herr Gustav Pohl die Kriebsteiner Mühle und richtet zusätzlich zur Mahl- und Ölmühle eine Papierfabrik ein. 1856 pachten die Herren
Kübler und Niethammer diese Papierfabrik. Papier wird zu dieser Zeit noch aus Lumpen und Hadern hergestellt. Die Chemnitz- Riesaer Eisenbahn
ist seit September 1852 durchgängig in Betrieb. Als Anschluss an die große weite Welt stehen der jungen Papierfabrik die Bahnhöfe Waldheim
und Schweikershain zur Verfügung. Obwohl Herr Albert Niethammer anfangs auch den Bahnhof Schweikershain nutzt, wendet er sich mehr und
mehr dem Bahnhof Waldheim zu. 1872 kann die Straße Kriebstein - Waldheim sowie die Straßenbrücke Kriebstein - Kriebethal für die Transporte
mit Pferdefuhrwerken zum Bahnhof Waldheim übergeben werden. Der Firma Kübler & Niethammer kostet diese Verbindung 70.000 Reichsmark.
Die anhaltende Überlastung der Güterabfertigung des Bahnhofes Waldheim und dessen Lage, die eine Erweiterung insbesondere der Gleisanlage
nicht zulässt, sind die Hauptgründe zum Bau der Strecke nach Kriebethal. Abhilfe könnte nur eine großzügige Erweiterung des Bahnhofes
Waldheim oder eine neue Strecke nach Kriebethal bringen. Auf Grund des Pfaffenberges auf der einen und des Diethenhainer Viaduktes auf der
anderen Seite des Bahnhofes ist eine Verlängerung der Gleisanlagen ausgeschlossen. Für eine Verbreiterung des Bahnhofes wird das Areal durch
abfallendes bzw. felsiges Gelände begrenzt. Bereits 1882 entfallen nahezu ein Drittel der im Bahnhof Waldheim umgeschlagenen Güter auf die
Firma Kübler & Niethammer. Immer mehr Waren müssen per Fuhrwerk zum Bahnhof gebracht werden. Auf Anregung von Kommerzienrat
Dr. Albert Niethammer beginnt man 1889 mit dem Bau einer neuen Zufahrtsstraße zum Waldheimer Güterbahnhof. Die heutige untere und obere
Härtelstraße. Nach zweijähriger Bauzeit wird der neue Verkehrsweg am 5.November 1885 dem Verkehr übergeben. In diesem Zusammenhang ist
der Güterschuppen des Bahnhofes Waldheim erheblich erweitert worden. In einer auf den 24. Jan. 1894 datierten behördlichen Entscheidung
an die Stände wird darauf hingewiesen, dass der Bahnhof Waldheim abermals überlastet ist und eine weitere Steigerung des Güterverkehrs
erwartet wird. Nun erkennt die sächsische Regierung die Vorteile des inzwischen von Herrn Niethammer unterbreiteten Vorschlages, eine Stichbahn
vom Bahnhof Waldheim nach Kriebethal zu bauen. Bereits am 22. März 1894 genehmigt die Regierung per Verordnung den Streckenbau.
Herr Niethammer erklärt sich bereit, 3/7 der Baukosten zu tragen und den Grund und Boden für den Bahnbau unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
Zudem fordert der Staat, dass die neue Strecke keinesfalls als Anbindung für eine eventuell später zu errichtende Zschopautalbahn dienen darf.
Außerdem muss die Firma die Anschlüsse vom Bahnhof Kriebethal in ihre Betriebsteile Kriebstein und Kriebethal selbst finanzieren. Später auch zum
Betriebsteil Kriebenau. Im Mai 1894 beginnen die Vorarbeiten für den Bahnbau, welche erst im Dezember 1894 abgeschlossen werden können.
Am 24. April 1895 werden die eigentlichen Arbeiten an der Stecke in Angriff genommen. Am 12. Oktober 1896 befährt der erste Bauzug den Viadukt
über die 8000m²; umfassenden Mauerwerkes erhält die Firma Neumeister & Bischoff aus Moritzburg. Am 15. und 16. Oktober 1896 werden Viadukt
und Brücken landespolizeilich geprüft. Mit Einführung der Kriebethaler Bahn müssen auch die Anlagen des Bahnhofes Waldheim verändert werden.
Die Brücke über die Bahnhofstraße, über die bisher zwei Gleise verlaufen, muss für 3 Gleise erweitert werden. Ebenso der hohe Bahndamm zwischen
vorgenannter Brücke und Schillerhöhe. Außerdem ist der südliche Bahnhofteil umzubauen, da hier die Neubaustrecke einmündet.

Eröffnung der Waldheim - Kriebethaler Eisenbahn

Am 11. Dezember 1896 veröffentlicht das „Waldheimer Tageblatt“ nachfolgenden Bericht:

„Der gestern Mittag 1 Uhr hier anlangende Personenzug führt den
Salonwagen der Königlichen Generaldirektion der Sächsischen
Staatseisenbahnen mit und bringt eine Anzahl Herren aus Dresden,
welche sich an der Revisionsfahrt der neu erbauten Strecke
Waldheim - Kriebethal beteiligen wollen. Die Herren werden in
Waldheim von Herrn Kommerzienrat Dr. Niethammer sowie von
den Herren der Bauinspektion empfangen. Nach kurzem Aufenthalt
setzt sich der Zug mit reich geschmückter Lokomotive auf der neuen
Strecke in Bewegung. In Rauschenthal wird er von dem vom
Katzenberg herüber dröhnenden Salutschüssen begrüßt. Nach
wenigen Minuten dampft er nach Kriebethal weiter, wo er vom
Gemeinderat, vom Militär- und Turnverein mit ihren Fahnen sowie
von der Schuljugend mit ihren Lehrern an der von der Gemeinde
geschmückten Wartehalle begrüßt wird. Wenige Minuten später hält
der Zug in Kriebstein, empfangen von Beamten der Firma Kübler &
Niethammer. Als der Zug abends 6 Uhr die Rückfahrt antritt,
erglänzt der Kriebsteiner Talkessel in bengalischer Beleuchtung.“

Bei dem erwähnten Fahrzeug handelt es sich um ein 1895 bei MAN gefertigtes Fahrzeug, welches die Generaldirektion der Königlich
Sächsischen Staatseisenbahnen für derartige Streckenbereisungen beschafft hat. Für den öffentlichen Güterverkehr wird die Strecke am
15. Dez. 1896 in Betrieb genommen. Der erste Güterzug fährt mit 14 Wagen um 7 Uhr morgens von Waldheim nach Kriebethal. In der
Endabrechnung für den Streckenbau stehen den geplanten Baukosten von 713.000 Mark an tatsächlichen Aufwendungen 733.238,20
Mark gegenüber.
Vom 1. Mai 1897 an führen die K.S.St.E.B. auf der Kriebethaler Secundärbahn an Sonn- und Feiertagen einen planmäßigen Personenverkehr
mit beschränkter Gepäckbeförderung ein. Zunächst müssen die Fahrgäste am Gleis 9 des Güterbahnhofes in Waldheim ein- und
aussteigen. Ab 1909 beginnen und enden die Züge nach und von Kriebethal am schienengleich zu erreichenden Bahnsteig 3, an dem
auch die Züge nach Riesa halten. Die Anzahl der Zugpaare steigert sich von anfänglich vier auf maximal acht im Jahre 1909. Der
Fahrplan von 1914 berücksichtigt fünf Zugpaare. Mit Beginn des ersten Weltkrieges 1914 muss der Personenverkehr eingestellt werden.
Den örtlichen Bemühungen um eine Reaktivierung des Personenverkehres zu Beginn der 1920er Jahre ist kein Erfolg beschieden.
Ausnahmen bilden in den 1930er Jahren lediglich einige „Kaffeefahrten“, welche direkt von Chemnitz aus eingelegt werden. Durch die
am 16. April 1927 eröffneten Omnibuslinie Waldheim Bahnhof- Kriebethal Bahnhof besteht sonntags kein unbedingter Bedarf mehr.
Dafür herrscht auf der Strecke Waldheim - Kriebethal von Anfang an reger Güterverkehr. Daran ändert sich auch nichts nach Gründung der
Reichsbahn 1920. Von 1905 an sind die Haltestellen Rauschenthal und Kriebethal als Ladestellen bezeichnet worden. Mit Einführung
der neuen Fahrdienstvorschrift am 1. September 1933 erhält Rauschenthal wieder den Status einer Haltestelle und Kriebethal wird Bahnhof.
Am 22. April 1945 sprengt die Wehrmacht die Brücke über den Untergraben in Kriebethal sowie die Eisenbahn- und Straßenbrücke
nach Kriebstein. Damit kommt der Eisenbahnbetrieb völlig zum Erliegen. Bei einem Zerstörungsgrad von 40% schätzt man die Reparatur
der Untergrabenbrücke auf 60.000 RM. Mit einfachsten Mitteln werden die Eisenbahnbrücken wieder aufgebaut. Am 28. Juli 1945 kann
die Untergrabenbrücke dem Eisenbahnverkehr wieder übergeben werden. Die Kriebsteiner Eisenbahnbrücke ist erst Ende Februar 1946
wieder für den Zugverkehr befahrbar. Auf Befehl der Sowjetischen Mititäradministration in Deutschland (SMAD) fallen die Maschinen und
Anlagen der Papierfabrik Kübler & Niethammer unter die Reparationsleistungen an die UdSSR. Die Demontage beginnt am 11. März 1946.
Offizielles Ende der Demontage am 4. Oktober 1946. Um den Abtransport der Beutegüter zu sichern, muss die Reichsbahndirektion Dresden
im Bahnhof Kriebethal zwei Lokomotiven stationieren. Dabei handelt es sich um Lokomotiven der BR 892. Nach Beendigung der
Demontagearbeiten entfernt man außerdem zwei Gleise auf dem Bahnhof Kriebethal.
Von 1950 an gelingt es, den 1945 enteigneten Betrieb wieder in Gang zu bringen. Ab 1952 mit der Erzeugung von Holzschliff und ab 1955 mit
der Herstellung von Papier. Mit Beginn der Papiererzeugung sind täglich 4 Bedienungsfahrten zum VEB Papierfabrik erforderlich. Verbindlich
für den Betrieb ist die Vorschrift für den vereinfachten Nebenbahndienst. Aus Richtung Kriebethal befindet sich das Einfahrsignal für den Bahnhof
Waldheim am Bahnübergang zur Schillerhöhe im Kilometer 0,530. Für Fahrten in Richtung Kriebethal stehen an den Gleisen 3 und 8
des Bahnhofs Waldheim Ausfahrsignale zur Verfügung. Ab 1. Januar 1973 geht der Bahnhof Kriebethal in die Rechtsträgerschaft des
VEB Papierfabrik über. Dazu erhält die Strecke den Status eines Bahnhofnebengleises, welches fortan als Gleis 20 des Bahnhofes
Waldheim bezeichnet wird.
Die nach 1990 zumeist mit Lastkraftwagen transportierten Roh- und Fertigprodukte der Firma Kübler & Niethammer sichern der Bahn
kein kontinuierliches Frachtaufkommen mehr. So fällt die werktäglich vom Bahnhof Waldheim planmäßig vorgesehene Übergabefahrt
aus. Die Deutsche Bahn kündigt der Firma Kübler & Niethammer zum 31. Dez. 1998 den Anschlussbahnvertrag.
Nach 1965 verdrängen Riesaer Diesellokomotiven von der Einsatzstelle Döbeln der Baureihe V60 - ab 1970 Baureihe 106 - die
ehemals preußischen Länderbahnlokomotiven der Baureihe 91 - BR 91 - im Bahnhof Waldheim und somit vor den Übergabefahrten nach
Kriebethal. Die BR 91 gehört zur Einsatzstelle Rochlitz des Bahnbetriebswerkes Glauchau. Zweimal wöchentlich fahren die in Waldheim ihren
Dienst leistenden Dieselloks der BR 106 zum Tanken und kleinen Unterhaltungsarbeiten nach Döbeln. Am 15. Januar 1982 wird die
106 738 bei einem Rangierunfall in Rauschenthal mit der Werklok 2 der Papierfabrik beschädigt.

Die Bahnanschlüsse der Firma Kübler & Niethammer:

Die Transporte bereiten der Firma mehr und mehr Schwierigkeiten. Obwohl durch die 1872 auf Firmenkosten errichtete Straßenbrücke
über die Zschopau nebst einer ebenfalls von Albert Niethammer bezuschussten Straße ein direkter Transportweg entsteht, kann der
Frachtverkehr erst mit Inbetriebnahme der Strecke Waldheim- Kriebethal rationell gestaltet werden. Sämtliche Gleisanschlüsse für
die Firma müssen von dieser unterhalten und finanziert werden.

Der Anschluss Kriebstein:

Auf Kosten der Firma errichtet die Königlich Sächsische Staatseisenbahn - K.S.St.E.B. - bereits beim Streckenbau eine 73 Meter
lange und fünf Meter breite Stahlbrücke über die Zschopau nach Kriebstein. Vor dem Werkeingang liegt die einzige Weiche. Auf
einem Gleis werden die Waggons bereit gestellt, auf dem anderen Gleis abgeholt. Dieses bedingt, dass die Rangierfahrt ins Werk
Kriebstein geschoben werden muss. Dabei kreuzt die Bahn zweimal die Straße. Wegen des eingeschränkten Platzes im Fabrikhof wird
der Verkehr über zwei Drehscheiben abgewickelt. Damit werden alle Ladestellen erreicht. Selbst die Kohleentladung und die Aschebeladung
der Waggons ist durch Zuführung über eine dieser Drehscheiben gesichert. Zusätzlich liegen im Fabrikhof Kriebstein noch die
Gleise der Stoffbahn.

Der Anschluss Kriebethal:

Der Bau dieser Anschlussgleisanlage wird gleichzeitig mit dem der Gesamtstrecke und der Haltestelle Kriebethal in Angriff genommen.
Die Arbeiten übernimmt das Sektionsbüro Waldheim der K.S.St.E.B. zu Lasten der Firma. neben der Anschlussweiche sind
bei Eröffnung der Bahn Waldheim - Kriebethal fünf Weichen und zwei Drehscheiben vorhanden. Nach Inbetriebnahme des neuen
Kesselhauses etwa 1898 wird schon bald eine Schiebebühne vor dem Kesselhaus eingebaut. Nach einigen Umbauten der Gleisanlage
im VEB Papierfabrik existiert mit einer Kreuzungsweiche in Höhe der Verwaltungsbaracke ein Anschluss zum Kesselhaus
und dem Kohlelagerplatz. In Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der PM III kommt zwischen PM II und Zschopau eine weitere
Laderampe hinzu. Von diesem Gleis führt ein weiteres zu einem Lokschuppen für eine Diesellok. Den alltäglichen Rangierbetrieb
erledigt eine feuerlose Dampfspeicherlokomotive. Da sie am Kesselhaus mit den benötigten Dampf gespeist wird, befindet sich dort eine
Remise für diese Lok.

Der Anschluss Kriebenau:

Dieser Betriebsteil wird 1904/05 als Dampfschleiferei gebaut. Das Entrinden des Schleifholzes wird manuell
erledigt und vornehmlich auf dem Fabrikhof durchgeführt. Erst später baut die Firma für die Holzschäler einen
Schuppen. Auch hier werden zwei Gleise benötigt. Eines zum Bereitstellen und eines zum Abholden leerer
Waggons. Sie enden an einer Drehscheibe und rechtswinklig zum Gleis der K.S.St.E.B. und der nach Kriebstein
führenden Straße erreichen die Güterwagen den Fabrikhof. Hier liegen zwei Drehscheiben, über welche die
mit Kohle oder Schleifholz beladenen Waggons an die richtigen Entladestellen gebracht werden.
Eine elektrisch angetriebene Spillanlage dient zum Vorschieben der Wagen. Eine weitere Spillanlage ist
bis zuletzt in Kriebstein im Einsatz und ebenfalls im Betriebsteil Kriebethal, solange man dort mit Drehscheiben
arbeitet.

Anschluss Rauschenthal:

Von Anfang an liegt an der Haltestelle Rauschenthal ein Ladegleis. Dieses mündet beiderseits in das Hauptgleis. Am Ende der
Ladestraße steht ein Wagenkasten für den Ladungsverkehr. Die Bahnagentur befindet sich in dem Haus, in welchem heute eine
Gaststätte angesiedelt ist. Im Jahre 1928 nimmt die Firma eine neue Papierfabrik in Betrieb. Auch ein neuer Holzplatz, in Raushenthal
errichtet, gehört dazu. Das hier gelagerte Holz - die Lagerung muss sein wegen des Harzes im Fichtenholz - wird mit Hilfe einer
Kettenförderanlage über die werkseigene Brücke direkt in die in diesem Zusammenhang neu gebaute Entrindungsanlage befördert. Wenn
nötig, wird das Holz in 1 Meter Stücke geschnitten. Dies geschieht an der Endladestelle. Deshalb lässt die Firma zu ihren Holzlagerplatz
ein Anschlussgleis verlegen. Bestehend aus zwei Gleisen, eines für belandene und eines für leere Waggons. Ein drittes Gleis liegt neben
der Kettenförderanlage, auf die das Schleifholz direkt entladen wird. Zum Verschieben der Wagen dient bis zuletzt eine Lanz-Bulldog,
also ein Traktor. Ein neuer Holzplatz entsteht in Rauschenthal 1952/53. Das Anschlussgleis ist wesentlich umfangreicher. Hier ist
für Rangierarbeiten eine Diesellok stationiert. Deshalb ist ein Lokschuppen und eine Dieseltankstelle errichtet worden.

Der Anschluss am Bahnhof Waldheim:

Die 1856 von der Firma am Bahnhof Waldheim eröffnete Niederlassung wird 1884 abgebrochen und an anderer Stelle wieder
aufgebaut. Der neue Güterschuppen hat eine Fläche von 481 m“. Eine überdachte Laderampe von 14,30 Meter schließt sich an. Vor
dem Güterschuppen liegen zwei Gleise, welche von einer Drehscheibe abzweigen. an einem dritten Gleis steht eine Krananlage.
Die gesamte Anlage wird am 1. Oktober 1934 an die Firma Naumann (Steinbruchbesitzer, Waldheim) verkauft. Die Gleisverbindung
zum Bahnhof wird erst 1991 entfernt. Etwa um die Jahre 2000 erinnern die Lagerschupppen und die Drehscheibe an den einstigen
Anschluss.

Anschluss Aschelagerplatz:

Dieser Anschluss dient der Firma zum Abkippen von Asche aus den Kesselhäusern Kriebstein, Kriebethal und Kriebenau. Das Gleis
entsteht 1905/06 und zweigt von der Strecke Waldheim - Hartha ab. Wegen diesem Anschluss muss das Einfahrsignal aus Richtung
Hartha um einige Meter in Richtung Hartha versetzt werden. Die in Güterwagen ankommende Asche muss manuell in Kipploren
umgeladen werden. Auf Feldbahngleis werden die Kipploren am Haldenrand verkippt. Die Halde wird bis Anfang der 1980er Jahre
von VEB Papierfabrik genutzt. Allerdings nicht als Aschehalde.

Wenn Sie die Waldheimer Umgehungsstraße stadtauswärts fahren und sind durch den Diedenhainer Viadukt, stehen links am Berg eine
Reihe Betonpfähle. Hinter diesen liegt der Ascheberg an.